Rund um: Die Immunsuppression

Shownotes

In dieser Folge sprechen wir mit der erfahrenen Fachapothekerin Carolin Schwind über Medikamente, die für viele lebenswichtig sind – und gleichzeitig einige Herausforderungen mit sich bringen: Immunsuppressiva.

Ob nach einer Nierentransplantation oder bei Autoimmunerkrankungen – Immunsuppressiva helfen, das Immunsystem zu kontrollieren und Organe zu schützen. Doch was genau tun diese Medikamente? Welche Nebenwirkungen können auftreten? Und was muss man bei der Einnahme im Alltag beachten? Wir erklären die wichtigsten Medikamentengruppen und geben praktische Tipps für den Alltag: von Grapefruit bis Sonnenschutz, von Tablettenbox bis Impfberatung – leicht verständlich und alltagsnah. Auch Angehörige erfahren, wie sie unterstützend wirken können.

Mehr Informationen Rund um die Niere findet ihr auf unserer Website! [https://forus-info.de/](https://forus-info.de/]

Ihr habt Ideen, Vorschläge und weitere Fragen, die wir in unseren nächsten Folgen adressieren sollen? Nehmt gerne Kontakt mit uns auf, schreibt sie in die Kommentare oder kontaktiert uns über https://forus-info.de/kontakt, wir freuen uns über jedes Feedback!

Transkript anzeigen

S01: Und je nachdem setzt sich dann so eine GrabFoot durch und unser Tarpolimus wird dann eben nicht mehr so abgebaut, wie es abgebaut werden soll.

S00: Das heißt, wir haben hier ein Risiko für eine Überdose.

S00: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Podcast-Folge rund um die Niere.

S00: Heute sprechen wir über ein Thema, das für viele Menschen nach einer Nierentransplantation oder mit bestimmten Autoimmunerkrankungen zum Alltag gehört.

S00: Die Immunsuppression.

S00: Und ganz konkret über die Medikamente, die dabei eingesetzt werden, sogenannte Immunsuppressiva.

S00: Was machen diese Medikamente eigentlich genau und warum sind sie so wichtig?

S00: Was muss man im Alltag beachten, zum Beispiel beim Thema Infektionen oder Nebenwirkungen oder wenn man mal eine Tablette vergisst?

S00: Diese und viele weitere Fragen klären wir heute gemeinsam und ich freue mich riesig, dass ich heute wieder eine Expertin bei mir an meiner Seite habe.

S00: Und zwar ist das heute Carolin Schwind.

S00: Sie ist Fachapothekerin für klinische Pharmazie und betreut als Stationsapothekerin unsere Nephrologische Normalstation.

S00: Liebe Caro, schön, dass du da bist.

S01: Ja, hallo, vielen Dank für die Einladung.

S00: Um das Thema Immunsuppression etwas besser einordnen zu können, finde ich es vorher wichtig zu verstehen,

S00: was passiert eigentlich in unserem Körper, wenn eine neue Niere transplantiert wird

S00: oder wenn das Immunsystem aus dem Gleichgewicht gerät, wie bei bestimmten Autoimmunerkrankungen.

S00: Und zwar ist es so, unser Immunsystem ist eigentlich dafür da, uns vor Krankheitserregern wie Bakterien oder Viren zu schützen.

S00: Es erkennt, was körpereigen ist, also zu uns gehört, und was fremd ist.

S00: Wenn wir eine neue Niere transplantiert bekommen, dann sieht das Immunsystem dieses neue Ergan zunächst als etwas Fremdes an,

S00: auch wenn es lebenswichtig für uns ist.

S00: Und das Immunsystem will dann dagegen ankämpfen.

S00: Es schickt Abwehrzellen los, um die neue Niere zu bekämpfen.

S00: Das nennt man dann eine Abstoßungsreaktion.

S00: Auch bei bestimmten Nierenerkrankungen, wie zum Beispiel beim Lupus oder einer Glomerulonephritis,

S00: richtet sich das Immunsystem manchmal fälschlicherweise gegen den eigenen Körper.

S00: Das nennt man dann Autoimmunerkrankung.

S00: In beiden Fällen, also nach einer Transplantation oder bei Autoimmunerkrankungen,

S00: brauchen wir Medikamente, die das Immunsystem ein Stück weit bremsen.

S00: Das sind dann die Immunsuppressiva, über die wir heute sprechen wollen.

S00: Liebe Caro, welche Immunsuppressiva sind denn bei Nierenerkrankungen oder nach einer Transplantation am häufigsten im Einsatz?

S01: Genau, das sind Arzneimittel wie Tacrolimus, Zyklosporin, Mikrofenolat und Cortison.

S00: Und wie unterscheiden sich diese Medikamente, zum Beispiel in ihrer Wirkung?

S00: Warum brauchen wir so viele verschiedene?

S01: Also ich teile sie jetzt mal so in drei Gruppen ein.

S01: Zum einen gibt es dann die sogenannten Calcineurin-Inhibitoren.

S01: Das sind dann Arzneimittel mit dem Wirkstoff Tacrolimus oder Zyklosporin.

S01: Tacrolimus wird häufig bei Transplantationen angewendet, auch bei Nierentransplantationen,

S01: weil die da zum Beispiel auch weniger Abstoßungsreaktionen eben zeigen.

S01: Und Zyklosporin ist ein Immunsuppressiv, das häufig auch bei einem frottischen Syndrom zugenommen wird,

S01: weil es da eben auch zugelassen ist.

S01: Und ich habe eben gesagt, das sind Calcineurin-Inhibitoren.

S01: Calcineurin, so nennen wir die dann.

S01: Calcineurin ist ein Enzym, das für die Bildung von T-Zellen wichtig ist.

S01: Also T-Zellen, das sind ja dann die Zellen im Immunsystem, die dann Fremdmaterial detektieren, erkennen.

S01: Genau, und für diese Bildung von diesen T-Zellen gibt es eine Reaktionskaskade.

S01: Und da hemmen dann eben diese Calcineurin-Inhibitoren.

S01: Dann gibt es die Gruppe der Antimetabolite.

S01: Darunter fallen dann zum Beispiel Mikrofenolat, aber auch Methotrexat oder Azathioprin.

S01: Methotrexat wird auch zum Beispiel häufig bei Autoimmunerkrankungen eingesetzt.

S01: Und die hemmen eben die Proliferation von B- und T-Zellen, also die Zellteilung dieser Zellen.

S01: B-Zellen, das sind auch Zellen des Immunsystems und kann man sich so als Waffenschmiede des Immunsystems vorstellen.

S01: Die bilden dann eben Antikörper, aber leider auch eben Antikörper zum Beispiel gegen eine neue Niere.

S01: Deswegen zum Beispiel auch häufig Mikrofenolat dann eingesetzt wird bei Nierentransplantierten Patientinnen.

S01: Und dann gibt es noch die Gruppe der Glucocorticoide.

S01: Glucocorticoide, das sind auch körpereigene Hormone, die werden in der Nebenniere gebildet und sind sozusagen die innere Bremse des Immunsystems.

S01: Also wenn der Körper überreagiert, beispielsweise auch bei einer Allergie oder einer starken Entzündung,

S01: hilft es eben, diese Reaktion zu stoppen oder abzuschwächen.

S01: Zum einen hemmen die auch die Produktion von entzündungsfördernden Stoffen und gleichzeitig fördern sie die Bildung von entzündungshemmenden Stoffen.

S01: Deswegen werden sie eben auch breit angewendet, Asthma zum Beispiel, Rheuma, Hautausschlagen oder eben auch Organtransplantation.

S00: Okay, das heißt, es gibt diese vor allem drei großen verschiedenen Gruppen, die wir in Kombination einsetzen.

S00: Die einen spezifizieren sich eher auf die T-Zellen, die anderen eher auf die B-Zellen, die beides verschiedene Zellen unseres Immunsystems sind

S00: und das Cortison als dritte Gruppe mit dabei, was alles auch so ein bisschen breiter mit abdeckt.

S00: Gerade bezüglich Cortison gibt es leider immer wieder Betroffene, die mit Nebenwirkungen zu tun haben

S00: und vor allem eher die Nebenwirkungen von Cortison sehr berüchtigt sind und auch oft sehr gefürchtet sind.

S00: Kannst du diese für unsere Zuhörenden ein bisschen besser einordnen?

S00: Also welche Nebenwirkungen von Cortison sind wirklich besonders häufig und was kann man dagegen machen?

S01: Zunächst einmal, Glykokortikoide sind ja körpereigene Hormone, wie ich eben ja schon gesagt habe.

S01: Die sind wichtig und spielen im Stoffwechsel, bei Entzündungsprozessen, in der Stressregulation auch eine wichtige Rolle.

S01: Und wenn man die jetzt für eine kurze Zeit auch in größeren Mengen anwendet,

S01: sind die eigentlich, kann man auch fast schon sagen, praktisch nebenwirkungsfrei.

S01: Längerfristig eingenommen, da kann es dann eben auch zu Nebenwirkungen kommen,

S01: wenn man halt gewisse Spielregeln nicht beachtet.

S01: Das ist halt dieses sogenannte Cushing-Syndrom, das ist das, was viele fürchten,

S01: was auch erstmal sehr beängstigend klingt.

S01: Also, ja, man kennt ja dieses runde, aufgedunstene Gesicht, auch Vollmondgesicht genannt.

S01: Fettansammlung vor allem so im Bauch und Nacken, während die Extremitäten, also Arm und Beine, eher dünn bleiben.

S01: Die Haut wird auch blasser, dünner.

S01: Man hat eine schlechtere Wundheilung.

S01: Ja, Muskelschwäche, Bluthochdruck, Blutzucker, das sind auch dann Symptome, die da auftreten.

S01: Und ich sagte halt eben, ja, man muss ein paar Spielregeln beachten.

S01: Man kann zum Beispiel auf Cortison-Derivate zurückgreifen, wie Prednison und Prednisolon.

S01: Das ist ja das, was häufig auch in der Therapie dann eingesetzt wird,

S01: weil die einfach eben ein geringeres Cushing-Syndrom-Potenzial haben.

S01: Und generell guckt man eben auch, dass man in einer langfristigen Therapie, in einer Langzeittherapie auch in einer möglichst niedrigen Dosis bleibt.

S01: Also, es gibt so eine Cushing-Schwelle.

S01: Das ist dann die Dosis, ab der dann so ein Cushing-Syndrom auftreten kann.

S01: Und man muss natürlich gucken, dass man halt möglichst eben drunter bleibt.

S01: Wie gesagt, wenn man jetzt bei einem akuten Schub oder jetzt frisch transplantiert, da braucht man eine höhere Dosis.

S01: Das ist kurzfristig jetzt aber nicht so dramatisch.

S01: Und wenn man dann irgendwie das Gefühl hat, man ist irgendwie so aufgedunsen, irgendwelche Wasseransammlungen hat,

S01: dann muss man eben auch überlegen, das kann auch ein Symptom der Grunderkrankung sein.

S01: Wir hatten das ja in älteren Folgen, das nephrotische Syndrom.

S00: Das war ja auch so ein typisches Symptom von dieser Erkrankung.

S00: Genau, da ist wichtig zu unterscheiden, was ist Symptom einer Erkrankung

S00: und was ist jetzt wirklich Nebenwirkung vom Kortison.

S00: Also, so wie ich das jetzt verstanden habe, ist es auf kurze Zeit in hohen Dosierungen,

S00: gerade am Anfang einer Nierentransplantation oder in einem Schub einer Autoimmunerkrankung,

S00: so dass es tatsächlich auch mal Blutzuckerentgleisungen machen kann,

S00: aber ansonsten wir jetzt keine dieser gefürchteten Nebenwirkungen an sich fürchten müssen.

S00: Und solange wir es über längere Zeit nehmen, ist es einfach wichtig, dass wir die Cushing-Schwelle,

S00: also diese bestimmte Dosis, unterschreiten.

S00: Und auf jeden Fall unter diesen, bei Pregnisolonen sind es, glaube ich, 7,5 Milligramm, richtig?

S00: Genau, ja.

S00: Das ist ja öfter so, dass gerade bei Langzeit-Nierentransplantierten

S00: wir auf einer Pregnisolondosis von 5 Milligramm stehen bleiben,

S00: dass wir hier diese Schwelle auch nicht überschreiten

S00: und es hier zu den Nebenwirkungen auch hoffentlich nicht kommt.

S00: Wenn ihr trotzdem das Gefühl habt, dass es hier etwas mit Kortison und seinen Nebenwirkungen im Spiel sein könnte,

S00: meldet euch einfach gerne direkt bei eurem Behandlungsteam,

S00: dann kann man da zusammen nochmal draufschauen.

S01: Genau, und das mit der Dosis, das ist ja auch mit ein Grund,

S01: warum man jetzt zum Beispiel auch mehrere Immunsuppressiva nehmen muss.

S01: Also jetzt nicht nur Kortison, sondern eben auch diese drei Gruppen ja im Prinzip auch kombiniert.

S01: Die Calcineurin-Inhibitoren, die Antimetabolite und das Kortison.

S01: Zum einen eben, weil ich habe ja vorhin die unterschiedlichen Wirkmechanismen erklärt,

S01: dadurch kann man eben auch den Effekt erhöhen.

S01: Zum anderen eben auch, weil man eben bei den einzelnen Substanzen dann in der Dosis auch niedriger,

S01: zumindest in der Langzeittherapie dann irgendwann niedriger sein muss.

S01: Am Anfang braucht man ja schon höhere Dosen nach frischen Transplantationen.

S01: Genau, und anderer wichtiger Grund ist die Vermeidung von Resistenzen oder Therapieversagen.

S01: Das Immunsystem ist halt leider, oder kann halt leider in der Zeit weniger empfindlich auf einzelne Substanzen reagieren

S01: und durch die Kombi denken wir das Risiko dann.

S00: Okay, also die Kombi ist nicht nur wichtig, weil es drei verschiedene Wirkmechanismen sind,

S00: sondern weil wir dadurch auch die Dosierung der einzelnen Medikamente deutlich reduzieren können.

S00: Habe ich das richtig verstanden?

S00: Unter anderem auch, genau.

S00: Und wie wichtig ist es, die Medikamente immer genau zur gleichen Zeit einzunehmen?

S00: Ja, das ist schon sehr wichtig.

S01: Wir haben bei Immunsocressivern, haben wir es mit Arzneimitteln zu tun,

S01: die, ja, man kann sie als sensible Arzneimittel vielleicht bezeichnen,

S01: weil wir da einen gewissen Wirkspiegel brauchen.

S01: Wir haben eine, wir sagen immer, enge therapeutische Breite dazu,

S01: weil wir halt gucken müssen, dass wir nicht zu hoch mit der Dosis sind.

S01: Dann drohen halt eben auch Nebenwirkungen.

S01: Wenn wir aber zu niedrig mit der Dosis sind,

S01: dann haben wir das Risiko, dass wir hier eine Abschlussungsreaktion zum Beispiel haben.

S01: Das heißt, wir müssen immer gucken, dass wir genau in so einem, ja, Zielbereich sind,

S01: dass wir einen konstanten Wirkspiegel haben,

S01: eben nicht diese Schwankungen, die dann eben zu den Nebenwirkungen führen kann

S01: oder eben zu den negativen Reaktionen.

S01: Genau, und zum anderen ist es eben wichtig,

S01: dass wir den Wirkspiegel auch kontrollieren können,

S01: damit eben das Behandlungsteam auch weiß, wo stehen wir hier gerade,

S01: sind wir schon im therapeutischen Bereich.

S01: Und um das richtig einschätzen zu können,

S01: muss das auch eben zur gleichen Zeit immer eingenommen werden.

S01: Und was eben auch nochmal ein wichtiger Punkt ist,

S01: wenn man das immer zur gleichen Zeit nimmt,

S01: schafft man eine Routine.

S01: Und eine Routine hilft auch dabei,

S01: dass man dann eben die Einnahme nicht vergisst

S01: und hilft im Alltag da auch viel.

S00: Genau, hier ist ja vor allem auch das Tacholimus wichtig zu nennen,

S00: was wir dann auch als Behandlungsteam am Anfang sehr, sehr engmaschig kontrollieren,

S00: dass wir sehen, wann wir im therapeutischen Bereich sind,

S00: dass wir nicht drüber oder drunter sind.

S00: Und auch auf lange Zeit, wenn das irgendwann in einem wirklich stabilen Zielspiegel ist

S00: und man schon lange transplantiert ist,

S00: kann man hier die Abstände der Spiegelkontrollen auch erweitern.

S00: Was passiert denn, wenn man mal eine Dosis vergisst?

S01: Ich habe natürlich hier gerade gesagt,

S01: es ist schon wichtig, dass man die Arzneimittel wirklich regelmäßig einnimmt,

S01: damit man dann eben, wenn man eine Dosis vergisst,

S01: nicht auf einmal irgendwie aus diesem therapeutischen Bereich rausrutscht.

S01: Wichtig ist, gucken Sie immer im Beipackzettel nach.

S01: Da gibt es immer ein Passus, da steht, was muss ich tun,

S01: wenn ich eine Einnahme vergessen habe.

S01: Das steht bei jedem Arzneimittel da.

S01: Und bei Immunsuppressiva ist es auch eben wichtig,

S01: dass man dann nicht irgendwie einfach dann jetzt eine doppelte Dosis nimmt.

S01: Sich jetzt denkt, oh, ich habe es jetzt vergessen,

S01: dann nehme ich halt zwei.

S01: Das sollte man eben tun, die es nicht tun,

S01: sondern wirklich gucken, was steht da.

S01: Und ja, wie viel Zeit ist es gerade vergangen?

S01: Kann ich noch was nachnehmen oder sollte ich wieder bis zur nächsten Gabe warten?

S01: Wenn Sie jetzt irgendwie frisch transplantiert sind,

S01: dann ist es da vielleicht auch nochmal wichtig,

S01: dass, wenn Sie eine Dosis wirklich vergessen haben,

S01: Ihr Behandlungsteam kontaktieren,

S01: dass man dann eben nochmal genauer nachgucken kann.

S01: Oder wenn Sie sich halt irgendwie unsicher sind.

S00: Okay, also auf jeden Fall im Beipackzettel nachschauen

S00: und bei irgendwelchen Zweifeln immer Rücksprache mit dem Behandlungsteam halten.

S00: Gut, dann würde ich einmal zum Thema weitergehen,

S00: nämlich dem Alltag mit Immunsuppression.

S00: Das ist gerade ein Thema, was viele unserer betroffenen Patientinnen und Patienten sehr interessiert.

S00: Was bedeutet Immunsuppression für mich eigentlich im Alltag?

S00: Zum Beispiel bezüglich Infektanfälligkeit.

S00: Kann ich mich impfen lassen?

S00: Muss ich irgendwas beachten bei meiner Ernährung?

S00: Und kann ich überhaupt verreisen, wenn ich immunsupprimiert bin?

S00: Kannst du vielleicht auf diese sehr vielen Themen, die ich gerade angesprochen habe,

S00: uns ein bisschen erläutern und erklären,

S00: wie man sich hier im Alltag am besten zu verhalten hat

S00: und worauf man am besten achten muss?

S01: Ja, sehr gerne.

S01: Du hast es ja eingangs ja auch schon gesagt,

S01: das Immunsystem soll ja Fremdkörper erkennen,

S01: soll uns schützen

S01: und wird natürlich dann auch, wenn es gehemmt ist,

S01: haben wir natürlich auch eine höhere Infektanfälligkeit.

S01: Das ist natürlich, ja, geht halt natürlich einher

S01: mit der Hauptwirkung.

S01: Wir können halt irgendwie gucken,

S01: ja, dass wir uns möglichst schützen dann, ne?

S01: Das, ja, zum einen eben auch durch eine gute eingestellte Dosis,

S01: Handhygiene zum Beispiel,

S01: dass man sich regelmäßig auch die Hände wäscht.

S01: Also ich meine, wir kennen das ja auch alle jetzt noch von Corona,

S01: dass es vielleicht auch hilfreich sein kann,

S01: eine Maske zu tragen,

S01: wenn man irgendwie in einer vollen Straßenbahn sitzt,

S01: gerade, wenn man jetzt gerade ein frisches Organ hat,

S01: da ist das ja auch nochmal besonders wichtig.

S01: Das sind so Dinge, wie man sich irgendwie schützen kann.

S01: Zum anderen ist eine Impfung wichtig.

S01: Am besten sogar noch,

S01: bevor man jetzt transplantiert wird,

S01: dass man nochmal alles auffrischt.

S01: Es gibt aber auch Impfungen,

S01: die auch ja regelmäßig empfohlen werden,

S01: wie zum Beispiel Grippe oder auch Covid,

S01: dass das auch regelmäßig dann gemacht wird.

S01: Das sind sogenannte Totimpfstoffe.

S01: Das heißt, das sind Impfstoffe,

S01: wo die Viren abgetötet worden sind

S01: oder wo Fragmente von Viren sind.

S01: Die können jetzt selber keinen Schaden mehr im Körper anrichten.

S01: Das Immunsystem kann damit aber lernen.

S01: Es ist nach wie vor natürlich so,

S01: das Immunsystem ist geschwächt.

S01: Dadurch kann halt eben die Wirkung der Impfung nachher auch abgeschwächt sein.

S01: Deswegen meinte ich halt gerade am besten,

S01: alles, was man vorher nochmal impfen kann,

S01: vorher impfen.

S01: Trotzdem ist es besser als gar nichts.

S01: Also jetzt gerade so die Grippe,

S01: die man ja jährlich auffrischen soll,

S01: wäre da schon wichtig.

S01: Grippeschutzimpfung jetzt zum Beispiel

S01: schützt eben auch für schwerere Verläufe.

S01: Und gleichzeitig kann ein Infekt

S01: aber auch eine Abstoßung

S01: oder ein Transplantatversagen bedeuten.

S01: Dadurch ist es eben auch wichtig,

S01: dass man sich dann eben schützt.

S01: Genau, dann gibt es ja noch

S01: sogenannte Lebendimpfstoffe.

S01: Da ist es dann wieder problematischer,

S01: weil da sind ja noch Viren drin.

S01: Die sind zwar abgeschwächt

S01: und ein gesundes Immunsystem

S01: kann damit umgehen,

S01: aber wenn man natürlich Immunsuppressiva nimmt,

S01: eben nicht mehr so gut.

S01: Und deswegen ist es da auch einfach wichtig,

S01: dass man vor dem Einsatz von Immunsuppressiva

S01: nochmal alles auffrischt

S01: und dass eben auch ihr Umfeld geimpft ist.

S01: Das nennt man dann Herdenschutz.

S01: Dann war ja noch die Frage,

S01: so das Thema Reisen

S01: ist jetzt grundsätzlich auch kein Problem.

S01: Wenn sie auch gut eingestellt sind,

S01: dann ist das machbar.

S01: Es gibt halt ein paar Dinge,

S01: die man da auch beachten muss.

S01: Zum einen, jetzt wenn sie irgendwie

S01: in ein fernes Land reisen

S01: mit einer Zeitumstellung,

S01: sollte man das berücksichtigen

S01: bei der Einnahme, dass man dann...

S01: Stimmt, das kann ja tricky werden,

S00: dass man irgendwie gleich ein Witzelt hat.

S01: Genau, dass man sich da irgendwie

S01: im Handy eine Weckerfunktion einstellt,

S01: dass man halt immer dann

S01: zur üblichen Zeit

S01: das dann auch einnimmt.

S01: Zum anderen sollte man aufpassen,

S01: dass man sich gut vor der Sonne schützt.

S01: Denn Immunsuppressiva an sich

S01: können als Nebenwirkungen

S01: die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen.

S01: Außerdem ist es halt auch so,

S01: dass die Reparatur

S01: nach UV-bedingten Hautschäden

S01: schlechter funktioniert.

S01: Denn das ist ja auch quasi

S01: eine Immunreaktion,

S01: Hautschäden dann beheben.

S01: Und dadurch hat man dann leider

S01: auch ein erhöhtes Hautkrebsrisiko.

S01: Und hier ist es dann einfach auch wichtig,

S01: sich eben vor direkter Sonneneinstrahlung

S01: zu schützen

S01: und hohen UV-Schutz dann aufzutragen.

S01: Genau, vielleicht noch so ein anderer

S01: wichtiger Punkt,

S01: der kann auch beim Reisen,

S01: aber auch im Alltag

S01: eine Rolle spielen, ist,

S01: wie lagere ich eigentlich

S01: Immunsuppressiva?

S01: Man sollte sie vor Licht

S01: und Feuchtigkeit schützen.

S01: Also ist zum Beispiel

S01: das Badezimmer immer

S01: ein sehr schlechter Ort.

S00: Wo man eigentlich klassischerweise

S00: seine Medikamente bunkert.

S01: Genau, genau.

S01: und deswegen,

S01: da hat man dann,

S01: wenn man regelmäßig duscht,

S01: dann halt eben auch

S01: eine hohe Luftfeuchtigkeit.

S01: Das heißt,

S01: das ist eigentlich kein gut geeigneter Ort.

S00: Oder einfach weniger duschen

S00: dann für die Luftfeuchtigkeit gemacht.

S01: Ja, gut,

S01: das ist jetzt jedenfalls...

S00: Die Hygiene,

S01: die Hygiene habe ich vergessen.

S01: Danke.

S01: Es ist wichtig,

S01: dass man die im Originalbehälter lässt

S01: und nicht irgendwie schon ausblistert.

S01: Und was viele auch nicht wissen,

S01: die sind ja immer nochmal in so einer,

S01: also die Blister sind nochmal

S01: in so einer Plastikfolie.

S01: Und sobald diese Plastikfolie geöffnet ist,

S01: ist die Haltbarkeit auch verkürzt.

S01: Das können Sie dann auch nochmal

S01: in Beipackzeiten nachlesen.

S01: Meistens so um ein Jahr.

S01: Also jetzt kein Drama.

S01: Sie werden, denke ich,

S01: in der Zeit die gut verbrauchen.

S01: Aber sollte man einfach mal gehört haben.

S00: Es gibt ja diese Medikamentenverpackungen,

S00: wo man alles schon ausblistert

S00: und dann für Montag bis Sonntag

S00: schon alles vor in seine,

S00: in sein Häckchen reinlegt.

S00: Weißt du, was ich meine?

S01: Ja, genau.

S01: Das heißt,

S00: das sollte man dann am besten

S00: bei Immunsuppressiva

S01: nicht schon vor blistern sozusagen.

S01: Dann besser wirklich,

S01: wirklich ausschneiden.

S01: Also vielleicht, ne,

S01: dass man die einst im Blister ausschneidet

S01: und dann im Blister.

S01: Dass man die nicht rausklippst,

S01: sondern in dem.

S01: Genau.

S01: Wichtig ist natürlich,

S01: dass man es dann auch,

S01: bevor man es dann einnimmt,

S01: direkt rausknippst

S01: und nicht im Blister verschluckt.

S00: Das stimmt.

S00: Ja, das sollte man auch machen.

S00: Auf jeden Fall nicht mit Verpackungen schlucken.

S00: Ja, klingt banal, ne, aber...

S00: Ja, meistens kommt das ja dann alles

S00: in so ein kleines Dürchen

S00: und man schluckt alle auf einmal runter.

S00: Wie sieht es denn aus

S00: hinsichtlich der Ernährungsweise?

S00: Muss ich mich besonders ernähren?

S00: Und was ist gerade

S00: mit so Nahrungsergänzungsmitteln?

S00: Gibt es da irgendwie

S00: so typische Stolperfallen,

S00: über die man besser nicht stolpern sollte?

S01: Genau.

S01: Ja, generell muss man

S01: bei der Ernährung einfach beachten,

S01: Nahrung im Magen und Darm

S01: beeinflusst ja auch

S01: die Aufnahme von Arzneimitteln

S01: und Immunsuppressiva

S01: werden zum Beispiel

S01: auch durch fettreiche Nahrung beeinflusst.

S01: Das heißt,

S01: die werden dann schlechter sogar aufgenommen.

S01: Das heißt,

S01: wir sollten möglichst nüchtern sein,

S01: entweder eine Stunde vor dem Essen

S01: oder zwei bis drei Stunden nach dem Essen.

S01: Wichtig ist,

S01: egal wie Sie es machen,

S01: machen Sie es bitte immer konstant.

S01: Wir haben ja vorhin

S01: über diesen konstanten Wirkspiegel gesprochen.

S01: Das heißt,

S01: die Nahrung als solche

S01: kann das beeinflussen,

S01: aber es gibt auch

S01: Inhaltsstoffe in Nahrungsmitteln,

S01: die wechselwirken.

S01: Und zwar,

S01: das wissen viele nicht,

S01: Grapefruit ist so ein

S01: ganz tolles Beispiel,

S01: was man meinen sollte,

S01: wenn man einen

S01: Mundsuppressiva nimmt.

S01: Weil Arzneimittel

S01: werden im Körper

S01: ja auch irgendwie wieder abgebaut.

S01: Über die Niere

S01: oder über die Leber.

S01: Und in der Leber

S01: gewisse Enzyme,

S01: die eben dafür sorgen,

S01: dass der Arzneimitteln

S01: dann verändert wird,

S01: sodass er dann

S01: abgebaut werden kann.

S01: Und diese Enzyme,

S01: da gehen halt verschiedene

S01: Arzneimittel dran,

S01: die dann vielleicht

S01: miteinander konkurrieren,

S01: aber auch Stoffe aus Nahrungsmitteln,

S01: wie jetzt eben zum Beispiel

S01: in dieser Grapefruit.

S01: Die haben dann eine gewisse Affinität

S01: zu diesen Enzymen

S01: und je nachdem,

S01: welche Affinität stärker ist,

S01: setzt sich dann

S01: so eine Grapefruit durch

S01: und unser Tacrolimus

S01: oder Zyklosporin

S01: wird dann eben

S01: nicht mehr so abgebaut,

S01: wie es abgebaut werden soll.

S01: Das heißt,

S01: wir haben hier ein Risiko

S01: für eine Überdosierung.

S00: Okay, das heißt,

S01: das bleibt dann länger im Körper.

S01: Es bleibt länger im Körper, genau.

S01: Das betrifft eben Grapefruit,

S01: aber auch viele andere Arzneimittel,

S01: denn das ist einfach wichtig,

S01: dass man das bedenkt,

S01: gerade auch,

S01: wenn man dann irgendwas

S01: Neues verordnet bekommt

S01: oder eben auch

S01: sich selber was kauft.

S01: Also es gibt ja auch Arzneimittel,

S01: die braucht man kein Rezept für,

S01: die kann man so

S01: in der öffentlichen Apotheke kaufen

S01: oder teilweise sogar

S01: auch im Drogeriemarkt,

S01: wie beispielsweise

S01: das Johanniskraut,

S01: was ich persönlich auch

S01: ziemlich riskant finde,

S01: dass man das einfach

S01: so im Drogeriemarkt kaufen kann,

S01: denn,

S01: wie ich eben gesagt habe,

S01: es gibt ja

S01: Stoffe,

S01: die mit diesen Enzymen konkurrieren

S01: und Johanniskraut wiederum

S01: sorgt dafür,

S01: dass mehr von diesen Enzymen

S01: gebildet werden.

S01: Das heißt,

S01: wir haben am Ende

S01: vielleicht eine zu niedrige Dosis

S01: von,

S01: oder zu wenig

S01: Zyklospirin oder Tacholimus

S01: im Körper

S01: und dann haben wir

S01: ein Risiko

S00: für eine Abschlussungsreaktion.

S00: Okay,

S00: das heißt,

S00: unter Johanniskrauteinnahme

S00: kann es sein,

S00: dass es mehr von den

S00: abbauenden Enzymen gibt

S00: und die das deswegen

S00: schneller abbauen

S00: und wir einfach

S00: zu wenig davon im Körper haben.

S01: Ja, ganz genau.

S01: Okay,

S00: also in die andere Richtung.

S01: Johanniskraut gefährlich.

S00: Okay, also um es zusammenzufassen,

S00: der Alltag mit der Immunsuppression

S00: auf jeden Fall

S00: auf die Hygiene achten,

S00: Händehygiene,

S00: man hat ein erhöhtes

S00: Infektionsrisiko,

S00: das ist dann einfach so,

S00: wenn man das Immunsystem

S00: auch bremst.

S00: Das ist ja auch

S00: der gewünschte Effekt,

S00: was dann unsere

S00: Autoimmunerkrankung

S00: oder unsere transplantierte

S00: Niere angeht.

S00: Ernährung,

S00: darauf achten,

S00: vor allem Finger weg

S00: von Grapefruit

S00: und vor allem auch

S00: Johanniskraut

S00: hier in die andere Richtung

S00: problematisch

S00: und vor allem

S00: das Thema Impfung

S00: ganz wichtig.

S00: Vielleicht können wir dazu

S00: auch noch mal

S00: eine eigene Folge machen,

S00: fällt mir gerade so ein.

S00: Ganz interessantes Thema,

S00: alles, was noch geimpft werden kann,

S00: vor der Transplantation impfen

S00: und auf jeden Fall

S00: regelmäßig

S00: Grippe aufverfrischen.

S00: Du hattest eben gesagt,

S00: im Zusammenhang mit dem

S00: Grapefruit-Saft

S00: oder auch Grapefruits

S00: an sich,

S00: dass hier eine Wirkung

S00: auf Enzyme gibt,

S00: die auch andere Medikamente

S00: haben können.

S00: Was ist denn hier wichtig,

S00: wenn man neue Medikamente

S00: verschrieben bekommt

S00: als immunsupprimierte Person

S00: und wie kann die Apotheke

S00: an sich eigentlich konkret

S00: zusätzlich über die

S00: Medikamentenausgabe hinaus

S00: hier helfen und unterstützen?

S01: Genau, also ich empfehle

S01: allen Patientinnen und Patienten,

S01: die immer einen aktuellen

S01: Medikationsplan dabei haben

S01: sollten.

S01: Denn wir kennen das ja alle,

S01: dann gehen wir zu unserem

S01: Hausarzt oder zu unserem

S01: Hausärztin,

S01: bekommen Arzneimittel

S01: verschrieben,

S01: dann gehen wir noch

S01: zu unserem Nephrologen,

S01: da bekommen wir wieder

S01: was verschrieben,

S01: dann noch irgendwie

S01: andere Fachärzte,

S01: anderer Facharzt,

S01: so und dann weiß nachher

S01: der eine nicht,

S01: was der andere gemacht hat

S01: und da ist es einfach

S01: wichtig,

S01: dass wir einfach

S01: ein Dokument haben,

S01: wo alles drinsteht,

S01: was eben auch erweitert

S01: werden kann.

S01: Das hat ja dann gerade

S01: dieser bundeseinheitliche

S01: Medikationsplan,

S01: hat ja diesen QR-Code

S01: und dann kann eben

S01: jeder Verordnende

S01: prüfen

S01: mit einer neuen

S01: Verordnung,

S01: interagiert das irgendwie

S01: miteinander.

S01: Das kann auch eine öffentliche

S01: Apotheke machen,

S01: da kommt ja auch oft,

S01: wenn man jetzt gerade so eine

S01: Stammapotheke hat,

S01: kommt ja auch oft immer da

S01: alles zusammen,

S01: was man dann mit verschiedenen

S01: Stellen vor Ort bekommt,

S01: was man sich dann selber auch noch

S01: kauft ohne Rezept

S01: und da ist es einfach immer

S01: wichtig, dass man den aktuell

S01: hält.

S01: denn gerade, auch wenn man mal

S01: kurzfristig irgendwie was

S01: einem Antibiotika zum Beispiel,

S01: da gibt es auch ganz, ganz viele,

S01: die eben dann da mit unseren

S01: immunsuppressiven Wechsel wirken,

S01: gerade auch eben über diese Enzyme,

S01: die ich eben gesagt habe.

S00: Zum Thema Apotheke nochmal,

S00: hat uns eine häufig gestellte

S00: Frage erreicht von unseren

S00: betroffenen Patientinnen und

S00: Patienten und zwar die Frage

S00: nach Generika.

S00: Macht es hier einen Unterschied,

S00: welches Präparat man einnimmt?

S00: Weil manchmal,

S00: wenn man in der Apotheke ist

S00: und sich in seinem Medikament

S00: abholen möchte, werden einem ja

S00: auch verschiedene Hersteller

S00: vorgeschlagen.

S01: Genau, das ist, als ich noch in

S01: der öffentlichen Apotheke

S01: gearbeitet habe, auch tagtäglich

S01: fast erlebt, dass man jetzt nicht

S01: das Arzneimittel bekommt, was so

S01: auf dem Rezept steht.

S01: Das ist grundsätzlich erstmal

S01: nicht schlimm.

S01: Grundsätzlich sind Generika

S01: Arzneimittel, die den gleichen

S01: Wirkstoff haben, in der gleichen

S01: Dosierung und auch in der

S01: vergleichbaren Darreichungsform.

S01: Die wirken gleich.

S01: Das ist in der Regel kein Problem,

S01: da auch auszutauschen.

S01: Das ist sogar gut, weil wir müssen

S01: überlegen, irgendwann läuft das

S01: Patent ab von einem Arzneimittel

S01: und dann kann das von anderen

S01: Firmen produziert werden.

S01: Und das spart natürlich auch Kosten.

S01: Und die Krankenkassen, die haben

S01: Rabattverträge mit den verschiedenen

S01: Firmen und deswegen ist dann die

S01: Apotheke auch an diese

S01: Rabattverträge gebunden und muss das

S01: Arzneimittel abgeben, was eben da

S01: diesen Vertrag hat.

S01: Tatsächlich ist es bei Immunsuppressiva

S01: ein bisschen anders, denn ich habe das

S01: ja schon mal gesagt, wir haben hier

S01: einen sehr engen therapeutischen

S01: Bereich und wir haben hier sehr

S01: sensibler Arzneimittel und die fallen

S01: unter einer sogenannten

S01: Substitutionsausschlussliste.

S01: Und das ist aber ein langes Wort.

S01: Genau.

S01: Es ist nämlich so, darunter fallen eben

S01: Arzneimittel, die diese enge

S01: therapeutische Breite haben oder bei

S01: denen ist in der

S01: Fachinformation oder im

S01: Beifahrtverträge, dass die nicht

S01: einfach ausgetauscht werden dürfen ohne

S01: ärztliche Betreuung.

S00: Okay.

S01: Genau.

S01: Und deswegen ist es da tatsächlich so,

S01: dass man da auch wirklich das

S01: bekommen sollte, was man verordnet

S01: bekommen hat.

S01: Es ist leider so, wir haben das

S01: Problem ganz oft, dass Arzneimittel

S01: manchmal nicht lieferbar sind.

S01: Und dann muss natürlich geguckt

S01: werden, was machen wir jetzt?

S01: Da ist es natürlich immer besser, eine

S01: andere Firma zu geben, als gar nichts

S01: zu geben.

S01: Natürlich niemals ohne ärztliche

S01: Rücksprache.

S01: Also das muss dann auch neu

S01: verordnet werden.

S01: Aber es ist jetzt nicht erst mal, also

S01: wenn sie irgendwann mal in der

S01: Situation sind, dass sie eine andere

S01: Firma bekommen, dann ist das jetzt

S01: kein Weltschmöglichkeit, dann muss das

S01: eben ärztlich betreut werden mit

S01: nochmal Blutabnahmen.

S00: Dass man dann nochmal den Spiegel

S00: kontrolliert sozusagen.

S01: Genau, dass man den Spiegel kontrolliert.

S01: Aber ja, grundsätzlich sagt man bei

S01: Immunstruktur, dass man eben schon,

S01: dass man da bei der gleichen Firma

S00: bleiben sollte.

S00: Aber an sich ist es sonst immer der

S00: gleiche Wirkstoff.

S00: Es hat einfach nur eine andere Firma

S00: hergestellt, die das dann vielleicht

S00: auch mittlerweile günstiger macht, weil

S00: das Patent abgelaufen ist.

S00: Ja, genau.

S00: Also alle anderen Medikamente sollten

S00: eigentlich den gleichen Wirkstoff und

S00: dann auch die gleiche Wirkung an sich

S00: haben.

S01: Genau, nicht nur eigentlich, das ist, das

S00: ist wirklich so.

S01: Es ist so, da muss man sich auch keine,

S01: keine Sorgen machen.

S01: Grundsätzlich jetzt bei allen anderen

S01: Arzneimitteln irgendwelche Blutdruckarzneimitteln

S01: nehmen oder sowas.

S01: Da müssen sie sich wirklich gar keine

S01: Sorgen machen.

S00: Das hat die gleiche Wirkung.

S00: Okay, da macht es keinen Unterschied, aber

S00: bei Immunsuppressiva sollte man schon bei der

S00: gleichen Herstellerfirma bleiben.

S01: Genau.

S00: Ja, super.

S00: Vielen, vielen lieben Dank, Caro, dass du uns das sehr

S00: komplexe Thema der Immunsuppression so verständlich

S00: erklärt hast.

S00: Wenn ihr Fragen habt oder Themenwünsche für kommende

S00: Folgen, schreibt sie einfach gerne in die Kommentare.

S00: Wir wollen nämlich vor allem auch die nephrologischen

S00: Themen für euch aufklären, die euch interessieren.

S00: Bevor wir zum Ende kommen, Caro, was sind für dich die drei

S00: wichtigsten Punkte, die du noch betroffenen Patientinnen und

S00: Patientinnen als Take-Home-Message mitgeben möchtest?

S01: Genau, ja, zum einen auf jeden Fall der Medikationsplan.

S01: Der liegt mir sehr am Herzen.

S01: Das macht einfach für alle Beteiligten, macht es es einfach auch

S01: leichter für sie selber, weil sie ja dann auch wissen, was nehme

S01: ich eigentlich alles?

S01: Aber auch eben für ihr Behandlungsteam, um eben Wechselwirkungen

S01: zum Beispiel einschätzen zu können.

S01: Dann wichtig ist es eben, dass man die Medikamente regelmäßig

S01: einnimmt und regelmäßig Spiegelkontrollen macht, gerade auch,

S01: wenn sich irgendwelche Umstände verändern und niemals

S01: eigenständig irgendetwas absetzen.

S01: Wenn Sie das Gefühl haben, Sie haben irgendwie Nebenwirkungen und

S01: irgendwas ist, fühlt sich nicht richtig an, kontaktieren Sie

S01: Ihrem Behandlungsteam, aber setzen Sie bitte niemals eigenständig

S01: Ihre Arzneimittel ab.

S00: Das waren wirklich nochmal drei sehr wichtige Punkte, die ich auch

S00: so unterschreiben würde.

S00: Vielen lieben Dank, Caro.

S00: Die Folge hat mir sehr viel Spaß gemacht mit dir.

S00: Mir auch.

S00: Und hoffentlich bis bald.

S00: Ja, bis bald.

S00: Tschüss.

S00: Tschüss.

S00: Tschüss.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.