Rund um: Den Alltag auf Station in der Kinderklinik

Shownotes

In dieser Folge gibt uns die zwölfjährige Yade einen Einblick in den Alltag auf Station in der Kinderklinik. Nach der Erstdiagnose eines nephrotischen Syndroms hat sie zunächst einige Tage stationär verbringen müssen, bis ihr Ärzteteam die Therapie einleiten und nachfolgend das Therapieansprechen und den Verlauf ausreichend beobachten konnte. Yade beantwortet uns viele Fragen, die sich Eltern und Kinder vor einem bevorstehenden stationären Aufenthalt in der Kinderklinik stellen: Was passiert jeden Tag? Wie läuft die Visite ab, und kann ich als Elternteil an dieser regelmäßig teilnehmen? Was für Untersuchungen kommen auf mich zu? Und wie kann ich mir die Rückkehr in die Schule vorstellen?

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Ihr habt Ideen, Vorschläge und weitere Fragen, die wir in unseren nächsten Folgen adressieren sollen? Nehmt gerne Kontakt mit uns auf! http://forus.info/kontakt

Transkript anzeigen

00:00:00: In der Schule ist alles normal. In der ersten Woche, wo ich wieder da war, kamen total viele Fragen.

00:00:05: Und ich so, was hattest du, warum warst du nicht da?

00:00:09: Hallo und herzlich willkommen zu unserer nächsten Folge unserer Podcast-Reihe rund um das nephrotische Syndrom.

00:00:15: Ich freue mich heute ganz besonders auf diese Folge, denn es ist eine besondere Folge mit einem besonderen Gast.

00:00:21: Und zwar ist Jade heute bei uns zu besuchen, möchte uns ein bisschen was über sich erzählen und ihre Erkrankung.

00:00:27: Hallo liebe Jade, herzlich willkommen. Schön, dass du da bist.

00:00:29: Hallo.

00:00:29: So, möchtest du ein bisschen was über dich erzählen?

00:00:32: Ich bin zwölf Jahre alt und in welcher Klasse bist du?

00:00:37: In der siebten.

00:00:38: Liebe Jade, du hast jetzt kürzlich erst die Erstdiagnose eines nephrotischen Syndroms gestellt bekommen.

00:00:45: Weißt du noch, wie das Ganze damals angefangen hat und was dir oder vielleicht auch deinen Eltern aufgefallen ist, was komisch war am Anfang?

00:00:51: Also es hat halt damit angefangen, dass meine Knöchel geschwollen waren.

00:00:55: Aber dann war es halt immer mehr, dass meine Augen auch geschwollen waren.

00:00:59: Und an dem Tag, als wir zum Arzt gefahren sind, da war mein ganzes Gesicht geschwollen.

00:01:03: Oh Gott.

00:01:06: Dann sind wir halt zum Arzt gefahren. Da mussten wir halt noch warten, wollten wir draußen was essen und dann habe ich mich übergeben.

00:01:11: Zum Kinderarzt seid ihr gefahren?

00:01:13: Ja. Und da wurden dann verschiedene Tests gemacht, so Bluttest, Urinprobe und so. Dann muss ich ins Krankenhaus.

00:01:20: Hat er euch das direkt an dem gleichen Tag schon gesagt?

00:01:23: Ja.

00:01:23: Und was hat er gesagt? Warum?

00:01:25: Weil irgendwas mit den Nieren nicht stimmt.

00:01:27: Wir sind ins Krankenhaus gefahren, habe ich irgendwann mein Zimmer bekommen und dann, bevor ich das bekommen habe, wurden nochmal Blutdruck gemessen und ich glaube nochmal Blut abgenommen.

00:01:37: Dann hatte ich mein Zimmer, dann wurde ich an so einen Monitor angeschlossen, der die ganze Zeit irgendwas misst.

00:01:43: Ja.

00:01:44: Und dann haben die wahrscheinlich erstmal ein paar Tests gemacht, um zu gucken, was genau da los ist.

00:01:48: Ja.

00:01:49: Und wie lange hat das gedauert, bis sie dir da das Ergebnis dann gesagt haben?

00:01:52: Ich glaube, das war schon am nächsten Morgen, glaube ich.

00:01:56: Dann wurden die Werte aber nicht besser, sondern nur noch schlechter und dann musste ich halt hierhin verlegt werden.

00:02:01: Hier zu uns in die Uniklinik?

00:02:03: Ja.

00:02:04: Dann müssen wir auch mal mit darüber gucken und nochmal gucken, was da genau los ist und wie wir dir am besten helfen können.

00:02:09: Haben die Kollegen, dein Ärzteteam, dir ein bisschen erklären können, was genau an der Niere los sein könnte?

00:02:17: Ja, aber ich habe es irgendwie nicht ganz verstanden.

00:02:21: Also prinzipiell ist es ja so, die Niere ist ein ziemlich cooles Organ, muss man sagen.

00:02:25: Muss ich jetzt auch sagen, weil ich Nephrologin bin, aber sie ist wirklich cool.

00:02:28: Und die hat verschiedene Aufgaben.

00:02:31: Die Aufgabe, die wir alle kennen, ist, dass die Niere uns zum Pinkeln bringt und das ist eine sehr wichtige Aufgabe.

00:02:37: Die macht aber noch viel mehr.

00:02:38: Und zwar ist die Niere das Sortiersystem von unserem Blut.

00:02:42: Also unser Blut läuft die ganze Zeit durch die Niere und die Niere guckt, was gehört ins Blut rein und was muss sich auspinkeln.

00:02:49: Also die sortiert das.

00:02:51: Und kleine Teilchen flutschen durch die Niere durch, weil die Niere hat einen Filter.

00:02:55: Der ist ungefähr so, wie wenn wir unsere Hände so zusammenstecken und der sollte eigentlich ziemlich dicht sein,

00:02:59: sodass nur kleine Mini-Teilchen da durchflutschen können, die auch ausgepinkelt werden sollen.

00:03:05: Und bei dem nephrotischen Syndrom ist es so, dass der Filter, der eigentlich so dicht sein sollte,

00:03:11: aufgrund von irgendwelchen Einflüssen, die immer ein bisschen unterschiedlich sein können, je nachdem, was für eine Art man hat,

00:03:16: aber im Endeffekt läuft es immer darauf hinaus, dass der Filter nicht mehr so dicht ist, wie er sein soll und so ein bisschen löchrig.

00:03:25: Und dann auch große Teile durch die Niere flutschen, die aber eigentlich in dir drin bleiben sollten.

00:03:29: Und das ist am meisten und das, was uns auch am meisten auffällt, was wir auch immer in den Urintests checken,

00:03:35: deswegen musst du hier auch immer so viel Urin abgeben, das ist Eiweiß.

00:03:39: Das ist eigentlich ein sehr großes Teil, was nicht in dein Urin durchflutschen sollte,

00:03:44: was es aber leider tut, weil der Nierenfilter gerade nicht mehr richtig funktioniert und nicht mehr dicht ist.

00:03:48: Und das Eiweiß und Wasser sind beste Freunde sozusagen und überall, wo Eiweiß hingeht, geht auch Wasser hin.

00:03:55: Die kleben so zusammen, so kannst du es dir vorstellen.

00:03:58: Und wenn das Eiweiß weggeht, hat das Wasser nichts mehr, woran es sich festhalten kann.

00:04:02: Und dann geht es einfach aus deinem System, wo es eigentlich drin bleiben sollte, in deinem Blut, einfach raus

00:04:08: und dann schwillt einfach alles an, so wie deine Knöchel angeschwollen sind, dein Gesicht, deine Augen.

00:04:12: Und so sollte es nicht sein.

00:04:14: Und so fällt uns aber auf, okay, irgendwas stimmt nicht, so wie es dir dann auch logischerweise aufgefallen ist.

00:04:20: Und deswegen nehmen wir auch so viele Urinproben und gucken einfach immer wieder nach, ob da noch Eiweiß drin ist,

00:04:26: weil das für uns sozusagen der Test ist, ob dein Filter jetzt wieder dicht hält oder nicht

00:04:31: und ob unsere Therapie, die wir machen, funktioniert.

00:04:33: So in etwa, in kurz gefasst, ich hoffe, dass es dir jetzt ein bisschen klarer ist,

00:04:38: was da eigentlich gerade bei dir los ist und wo wir auch versuchen, mit der Therapie deiner Niere zu helfen.

00:04:44: Kannst du es dir jetzt ungefähr ein bisschen besser vorstellen?

00:04:46: Ja, schon.

00:04:48: Perfekt.

00:04:48: Weißt du denn noch, was die Kollegen und Kolleginnen dir damals für eine Therapie gegeben haben,

00:04:55: ganz am Anfang, um das Problem in den Griff zu kriegen?

00:04:58: Also, als ich noch in München-Dattbach im Krankenhaus war, habe ich Infusionen bekommen

00:05:03: und dann, als ich hierhin gekommen bin, habe ich halt die Tabletten bekommen, das Cortison

00:05:09: und dadurch wird es dann auch wieder besser.

00:05:12: Hast du direkt auch gemerkt?

00:05:14: Ja.

00:05:14: Wie lange hat es gedauert, bis das ganze Wasser rausgegangen ist?

00:05:17: Zwei Wochen ungefähr.

00:05:19: Okay, und dann hast du auch jeden Tag gemerkt, okay, langsam sehe ich wieder so aus wie vorher.

00:05:24: Ja.

00:05:25: Was wir ja auch immer wieder für Tipps geben, ist, dass man ja immer sich ganz oft wiegen soll,

00:05:30: damit man auch so ein bisschen Zahlen sehen kann.

00:05:33: Geht das Wasser gerade raus oder wird es vielleicht sogar mehr?

00:05:36: Kannst du auch zu Hause voll gut immer wieder zwischendurch dich wiegen,

00:05:39: weil wenn man so in zwei Tagen plötzlich zehn Kilo zunimmt, dann ist es einfach immer Wasser

00:05:43: und dann kannst du auch schon für dich denken, oh, vielleicht soll ich nochmal eine Urinprobe abgeben gehen.

00:05:49: Das ist auch einfach für zu Hause easy, was man dann auch immer zwischendurch mal machen kann,

00:05:53: wenn du auch ein ungutes Gefühl hast oder nochmal checken willst.

00:05:56: Das Cortison hat also gut geholfen bei dir.

00:05:59: Ja.

00:06:00: Das ist sehr schön.

00:06:00: Hast du irgendwas an Nebenwirkungen gemerkt vom Cortison?

00:06:05: Nee, eigentlich nicht wirklich.

00:06:07: Perfekt.

00:06:07: Es ist so, dass Cortison hat manchmal immer direkt so, haben Leute Angst vor, wenn sie das Wort hören,

00:06:13: weil wenn man das über ganz lange Zeit nimmt, das verschiedene Nebenwirkungen machen kann.

00:06:17: Bei dir ist es so, dass es jetzt erstmal in der akuten Phase gegeben wird

00:06:21: und dann aber auch immer weiter reduziert wird.

00:06:23: Ist es bei dir gerade auch schon immer wieder am Reduzieren,

00:06:26: wenn du jetzt zwischendurch zu den Kontrollen gehst, wird das dann immer herabgesetzt, die Dosis?

00:06:30: Ja, also jetzt wird das von, ich glaube, 80 auf 60 runtergenommen.

00:06:34: Perfekt. Immer Schritt für Schritt.

00:06:36: Man darf nicht komplett absetzen, weil dein eigener Körper macht nämlich auch Cortison.

00:06:40: Und wenn wir das von draußen dazugeben, dann ist dein Körper erstmal entspannt

00:06:44: und denkt sich, okay, warum sollte ich jetzt Cortison machen,

00:06:47: wenn mir jemand das als Tablette gibt und geht erstmal ein bisschen ins Standby.

00:06:51: Und wenn wir das dann komplett von jetzt auf gleich die Tabletten absetzen würden,

00:06:54: wäre dein Körper noch nicht bereit dazu, das selber jetzt wieder direkt zu machen.

00:06:59: Deswegen müssen wir das Schritt für Schritt machen,

00:07:00: damit auch dein Körper Schritt für Schritt merkt,

00:07:02: wann er wieder anfangen muss, das Cortison zu bilden.

00:07:05: Außerdem müssen wir auch immer zwischendurch gucken,

00:07:07: dass es jetzt auch weiter besser wird.

00:07:09: Du warst auch heute bei uns zur Kontrolle.

00:07:11: Da frage ich euch gleich mal zu, was dabei rausgekommen ist.

00:07:14: Erstmal wollte ich und vor allem auch unsere Zuhörerinnen und Zuhörer,

00:07:18: die auch gerade die erste Diagnose kriegen und vor allem auch die Eltern,

00:07:21: machen sich natürlich am Anfang auch erstmal Sorgen, wenn man hört,

00:07:25: oh, mein Kind muss jetzt erstmal im Krankenhaus bleiben.

00:07:28: Wie lange warst du damals im Krankenhaus, so am Stück?

00:07:32: Ungefähr drei Wochen.

00:07:33: Drei Wochen.

00:07:34: Zu Beginn deiner Therapie, als gerade alles angefangen hat, ne?

00:07:38: Ja.

00:07:39: Und wie war das für dich?

00:07:40: Wie ist so der Alltag auf Station?

00:07:42: Wie läuft das so ab?

00:07:43: Wie können sich die Leute das vorstellen?

00:07:45: Also morgens wird halt der Blutdruck gemessen

00:07:48: und bei mir wurde auch das Gewicht immer gemessen.

00:07:51: Dann habe ich die Tabletten bekommen und Frühstück.

00:07:55: Das ist nett.

00:07:58: Danach war das halt eigentlich immer ganz entspannt.

00:08:01: Da konntest du machen, was du willst.

00:08:03: Hauptsache, du gehst jetzt nicht nach Hause oder so.

00:08:06: So, dass du noch auffindbar bist in der Klinik.

00:08:10: Es gab auch so einen Spiele-Bastelraum mäßig.

00:08:15: Cool.

00:08:15: Und mittags gab es dann ein Mittagessen.

00:08:19: Alltag war halt immer das Gleiche, weil du kaum was machen konntest.

00:08:23: Also auch ein bisschen langweilig irgendwann wahrscheinlich, ne?

00:08:26: Ja.

00:08:27: Gab es dann auch zwischendurch mal eine Visite,

00:08:30: dass so ein Ärzteteam vorbeikommt und mit euch den aktuellen Stand bespricht,

00:08:34: was gerade so los ist und wie es gerade aussieht?

00:08:36: Kamen die jeden Tag vorbei?

00:08:38: Ja, ich glaube jeden zweiten Tag.

00:08:40: Und dann haben die dir so ein bisschen Updates gegeben,

00:08:42: was da sich gerade jetzt entwickelt?

00:08:44: Ja.

00:08:45: Sehr schön.

00:08:46: Und deine Eltern wurden auch immer mit Up-to-Date gehalten?

00:08:50: Ja, einmal, da war meine Mutter nicht da und ich habe halt kein Wort verstanden.

00:08:54: Da habe ich meiner Mutter geschrieben und dann...

00:08:56: Aber sonst war sie immer bei der Visite mit dabei sozusagen?

00:08:59: Ja.

00:09:00: Das ist ja schön.

00:09:01: Du hast ja auch voll Glück gehabt, dass deine Mama die Möglichkeit hatte,

00:09:04: dann auch immer da dabei zu sein.

00:09:06: Ja.

00:09:06: Und das immer alles mitzukriegen.

00:09:09: Ansonsten hat sie mir auch erzählt, wurde sie auch zwischendurch sonst auch mal,

00:09:12: wenn sie nicht mit dabei war, mal angerufen während der Visite,

00:09:15: dass sie wenigstens am Telefon mit dabei ist.

00:09:16: Kannst du dich auch noch so daran erinnern?

00:09:18: Ja.

00:09:18: Und hattest du zwischendurch immer so ein paar Untersuchungen, die du auch machen musstest?

00:09:22: Oder war es eigentlich immer das Gleiche?

00:09:24: Immer Urin abgeben?

00:09:26: Ja.

00:09:26: Oder gab es auch mal ein paar Special-Untersuchungen, die irgendwie neu waren?

00:09:30: Es gab so Ultraschall.

00:09:32: Es war jetzt ein bisschen komisch und sonst eigentlich immer das Übliche.

00:09:36: Jetzt für alle, vor allem auch die Kinder und Jugendlichen, die zuhören,

00:09:40: die jetzt nicht genau wissen, was ein Ultraschall ist.

00:09:43: Wie kann man sich das vorstellen?

00:09:45: Was passiert da, wenn man jemanden Ultraschall macht?

00:09:47: Das hört sich ja erstmal ein bisschen gruselig an, wenn man nicht weiß, was es ist.

00:09:50: Also da wird halt geguckt, was in einem drinnen ist.

00:09:54: Ich weiß nicht, wie ich das erklären soll.

00:09:56: Tut es weh?

00:09:57: Nee.

00:09:58: Perfekt.

00:09:59: Das ist nämlich das Coole am Ultraschall.

00:10:01: Das tut nicht weh.

00:10:02: Und das hat keine blöden Nebenwirkungen.

00:10:04: Das ist ein sehr cooles Mittel für uns als Ärzte und Ärztinnen,

00:10:08: in Leute hineinzuschauen und uns die Organe anzugucken.

00:10:11: Und gerade die Niere kann man sehr schön im Ultraschall sehen.

00:10:14: Da kriegt man immer so ein kaltes Gel auf die Haut, damit man da was sehen kann.

00:10:18: Das ist wahrscheinlich immer ein bisschen unangenehm gewesen und kalt.

00:10:23: Aber das ist für uns immer so ein guter Kontrollwert,

00:10:26: der einfach immer gut zwischendurch und schnell durchzuführen ist, der nicht weh tut.

00:10:30: Deswegen machen wir das immer sehr gerne.

00:10:32: Gut.

00:10:33: Wie war es dann nach den drei Wochen?

00:10:35: Wann durftest du nach Hause?

00:10:37: Und was haben sie erzählt, worauf du zu Hause achten sollst?

00:10:40: Zu Hause musste ich halt immer noch jeden Morgen den Urin testen und Blutdruck messen und mein Gewicht.

00:10:47: Hast du es dann mal selber gemacht, dann jeden Morgen?

00:10:49: Ja.

00:10:50: Super.

00:10:51: Was heißt dann selber Urin testen?

00:10:53: Ich habe halt so Sticks bekommen und da halt so Urin testen.

00:10:56: Also die Sticks, die tut man dann in den Urin und was sieht man dann?

00:10:59: Also worauf achtest du?

00:11:01: Auf den Proteinwert, also auf das Eiweiß.

00:11:03: Das zeigt der Sticks dir an?

00:11:05: Ja.

00:11:05: Und im besten Fall sollte der natürlich nicht hoch sein, ne?

00:11:08: Ja.

00:11:08: Und war es mal so, dass du zu Hause getestet hast und der war dann doch höher?

00:11:12: Ja, aber das ging dann auch schnell wieder runter.

00:11:15: Okay.

00:11:15: Warst du dann direkt bei deinem Ärzteteam oder hast du erst mal abgewartet und noch mal kontrolliert?

00:11:20: Wir haben erst mal abgewartet, weil in der nächsten Woche hatten wir wieder einen Arzttermin deswegen.

00:11:25: Ach, das ist sowieso ein Termin.

00:11:26: Und da warst du dann auch schon wieder weg?

00:11:28: Ja.

00:11:29: Okay, wie lange ist das Ganze jetzt ungefähr her, seitdem alles angefangen hat?

00:11:33: Das war im September, Anfang September ungefähr.

00:11:37: Also ungefähr sind wir jetzt zwei Monate nach Erkrankungsbeginn, oder?

00:11:41: Ja.

00:11:42: Und heute hattest du deinen nächsten Kontrolltermin.

00:11:45: Ja.

00:11:46: Und was hat dein Ärzteteam dir heute berichten können?

00:11:48: Wie sieht es aus?

00:11:49: Also es wurde sich halt angeguckt, wie zu Hause alles war.

00:11:52: Mein Vater macht immer so Tabellen, wo alles drin steht.

00:11:56: Das ist sehr gut und sehr sorgfältig.

00:11:58: Gut, dass der das so gut im Blick hat.

00:12:00: Ja.

00:12:01: Und es wurde halt dann auch nochmal Urin getestet, wo drin diesmal dann kein Eiweiß mehr war.

00:12:08: Aber zu Hause halt schon.

00:12:09: Das kann ja auch immer zwischendurch mal schwanken.

00:12:12: Zu Hause, die Sticks sagen dir ja auch immer nur, ob da gerade Protein drin ist.

00:12:18: Und ich weiß nicht, welche du zu Hause hast.

00:12:20: Es gibt ja die, wo du dann die Farbe vergleichst.

00:12:22: Und dann steht da nur Plus oder Plus Plus oder Plus Plus Plus, je nachdem wie viel es ist.

00:12:26: Und hier die Tests, die wir in der Klinik machen können, die können sogar in Zahlen den Proteinwert uns anzeigen, sodass für uns dann der Verlauf ein bisschen besser zu erkennen ist, als einfach nur mit ein oder drei Plus Zeichen.

00:12:40: Deswegen kannst du da deinem Ärzteteam auf jeden Fall gut vertrauen.

00:12:44: Ich freue mich sehr für dich, dass der Eiweißgehalt jetzt so viel weniger geworden ist und dass die Therapie bei dir anschlägt.

00:12:49: Gab es irgendwas in der Zeit, wo du vielleicht Sorge vorhattest und was damit mir dann doch gar nicht so schlimm war?

00:12:56: Nee, eigentlich nicht.

00:12:57: Hast du dich immer gut aufgehoben gefühlt?

00:13:00: Ja.

00:13:00: Das ist sehr gut.

00:13:01: Es gibt ja auch Kinder, die sind noch jünger als du.

00:13:04: Denen passiert dann das Gleiche wie dir.

00:13:06: Und die sind natürlich dann auch noch aufgeregter, wenn sie ins Krankenhaus kommen müssen.

00:13:10: Du bist ja erst auch schon in der siebten Klasse und schon zwölf Jahre alt.

00:13:14: Aber das ist tatsächlich so, dass auch viele kleine Kinder, auch schon drei-, vier-, fünfjährige, das kriegen können.

00:13:20: Und da ist es total schön, von dir auch als Betroffene zu hören, dass es gar nicht so schlimm war im Krankenhaus, aber schon ein bisschen langweilig, so wie ich das verstanden habe.

00:13:30: Wie ist es jetzt in der Schule? Gehst du wieder in die Schule?

00:13:33: Ja, in der Schule ist alles normal. In der ersten Woche, wo ich wieder da war, kamen total viele Fragen auf mich zu.

00:13:40: Was hattest du? Warum warst du nicht da? Es war halt relativ nervig.

00:13:44: Kann ich mir vorstellen. Aber natürlich wird man mit Fragen bombardiert in der Schule.

00:13:50: Und konntest du dir einigermaßen alle beruhigen und mit denen quatschen.

00:13:53: Und jetzt ist es erstmal alles wieder so wie vorher. Hast du das Gefühl, es hat sich jetzt eingependelt?

00:13:58: Ja.

00:13:58: Hast du das Gefühl, irgendwas ist für dich jetzt anders als für andere Kinder in der Schule?

00:14:04: Nee, eigentlich nicht. Also außerhalb, dass ich dem Stoff jetzt mehr zu tun habe, weil ich vorher einfach nicht mehr hinterher gekommen bin.

00:14:12: Die zwei Monate fehlen dir jetzt so ein bisschen. Musst du jetzt ein bisschen nacharbeiten wahrscheinlich, ne?

00:14:17: Aber jetzt, wo du wieder zurück bist, hast du nicht das Gefühl, dass es dich jetzt mehr einschränkt als die anderen Kinder oder auch als vorher?

00:14:23: Ja, bevor das war.

00:14:24: Nee.

00:14:25: Perfekt. So soll es sein. Sollst du auch gar nicht das Gefühl haben, wenn die Therapie gut eingestellt ist, solltest du dich auch so fühlen, wie du dich vorher gefühlt hast und dein Leben so leben, wie du es vorher gelebt hast.

00:14:36: Was machst du in deiner Freizeit?

00:14:37: Also ich reite und bin auch oft in der Eishalle.

00:14:40: Sehr schön. Das hört sich sehr spannend an. Und das Reiten hast du aber auch weiter, auch jetzt nochmal in Angriff genommen. Hatst jetzt wahrscheinlich auch zwei Monate Pause.

00:14:48: Ja.

00:14:48: Aber da hast du jetzt auch keine Einschränkungen bemerkt, dass du da jetzt irgendwas, was du vorher gemacht hast, jetzt nicht mehr machen kannst.

00:14:54: Nee, eigentlich nicht. Also ist alles wie beim Alten.

00:14:58: Perfekt. So soll es sein. So ist der Optimalfall. Vielen Dank, dass du heute bei uns warst und uns und auch allen Zuhörenden da draußen einen kleinen Einblick gegeben hast, wie es ist, wenn man gerade frisch diagnostiziert wird, wenn man hier in der Kinderklinik lange stationär ist.

00:15:15: Und vor allem sehr schön zu hören und auch sehr mutmachend, dass es jetzt, wo du wieder zurück in der Schule bist und in deinem Leben bist, es dich gar nicht so viel einschränkt und es sich so anfühlt wie vorher. So soll es sein. Das freut mich sehr. Wie oft musst du jetzt noch zu Kontrollen gehen?

00:15:31: Also jetzt wird der Abstand zwischen den Kontrollen, wird jetzt von alle zwei Wochen auf jetzt nächsten Monat erst wieder. Also in vier Wochen erst wieder erweitert.

00:15:42: Ja. Das heißt, jetzt lief erstmal in den engmarschigen Kontrollen alles so weit in die richtige Richtung, sodass sich jetzt der Abstand vergrößert und du nicht mehr so oft hier hinkommen musst.

00:15:50: Ja.

00:15:51: Zum Urin abgeben. Sehr gut. Und du hast ja auch zu Hause alles gut im Blick. Deine Eltern haben alles perfekt im Blick. Das ist sehr gut.

00:15:57: Und weil euch da was auffällt oder du dich wieder komisch fühlst, kannst du ja auch sonst jederzeit auch vorher vorbeikommen und dich melden, wenn was sein sollte.

00:16:04: Ja.

00:16:05: Perfekt. Dann vielen, vielen Dank, Jade, dass du da warst. Hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich wünsche dir alles, alles Gute und dass die Erkrankung hoffentlich bei dir jetzt wieder weiter in die richtige Richtung geht, sich bessert und mit dem Cortison gut einzustellen ist. Vielen, vielen Dank, Jade.

00:16:19: Sehr gerne.

00:16:20: Tschüss.

00:16:21: Tschüss.

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